Schweizer Junioren holen EM-Bronze

Luzerner Qualität schlägt zu!

Dass der Luzerner SC eine starke Jungmannschaft hat, weiss man. Dass der Jahrgang der U21 der Drittbeste Europas ist, ist neu.

Die intensivste Vorbereitung, die ein Schweizer Nachwuchsteam je mitgemacht hat, hat sich gelohnt. Und dennoch haben die U21-Jungs an der Hallen-Europameisterschaft am Wochenende in Wien komplett überrascht. Mit einem sehr jungen Team angereist und zunächst als Abstiegskandidat gehandelt, spurtete das Team durchs Tableau und mitten in die europäische Spitze. Die Bronzemedaille nach einem knappen, aber verdient gewonnenen 2:1 über Italien ist das Resultat – eine Sensation.

Der Erfolg kommt unverhofft und acht Jahre nach dem letzten grossen Erfolg eines Schweizer Teams auf diesem Niveau, nach dem Erringen des U21-Titels in Prag 2011. Dennoch, wer sich die Equipe in Wien genauer angeschaut hat, weiss, worauf dieser Erfolg basiert. Nicht zuletzt auf der Qualität und der bereits als Routine zu bezeichnenden Abgeklärtheit zweier Feldspieler des Luzerner SC, Nick Schwehr und Jonathan Appel.

Was der als Captain auflaufende Schwehr ablieferte, war überragend. Als Leader trieb er sein Team an und vor sich her, pushte enorm und holte sich fokussiert die Medaille. Seine Fortschritte in Spielauffassung und Verhalten sind augenscheinlich, wovon der LSC in der noch laufenden Hallenmeisterschaft direkt profitieren kann. Es ist kein Zufall, dass er beim derzeitigen Meisterschaftsleader bereits als ein wichtiger Pfeiler im Team gilt. Ebenso verhält es sich mit Jonathan Appel, der als Verteidiger auflief und fehlerlos agierte. Seine ruhige und besonnene Art übertrug sich als Sicherheit auf das gesamte Team. Wie alle anderem in der Mannschaft hatte er von den Erkenntnissen aus den Vorbereitungsspielen gegen NLA- oder internationale Spitzenteams an einem Turnier in der Woche zuvor profitiert.

Erstmals auf diesem Niveau internationale Luft schnuppern durfte der dritte Luzerner im Bund, Timo Bütler. Der Keeper gab gegen Österreich sein EM-Debut. Von ihm darf nach dem Ausscheiden der Teamältesten künftig viel erwartet werden. Bringt in der hervorragend coachende Teamchef Chris Elste weiterhin derart voran, so darf sich auch sein Luzerner Heimklub schon jetzt über einen Spitzenliga-tauglichen Torhüter freuen.

Telegramme:

Hallen-EM Landhockey, Wien: Vorrunde: Schweiz – Weissrussland 3:2. Schweiz – Österreich (nachmaliger Europameister) 2:7. Schweiz – Kroatien 6:4. Halbfinale: Schweiz – Polen 2:4. Spiel um 3./4. Platz: Schweiz – Italien 2:1.

Schlussrangliste: 1. Österreich. 2. Polen. 3. Schweiz. 4. Italien. 5. Türkei. 6. Russland. 7. Weissrussland . 8. Kroatien . (* Absteiger in Gruppe II).

Schweiz spielte mit: Verest, Bütler; Appel, Stomps, Schwehr, Winterberg, Muggli, Bachofen, Conrad, Winkler, Aebi, Hofstetter.